Die Auswirkungen
Unternehmen, die
Märkte und auch Banken und Sparkassen hatten sich daran gewöhnt, dass im Zuge von
Kreditvergaben die kreditgebenden Institute ein Eigenkapital in Höhe von 8 % zu
unterlegen haben. Auf eine individuelle Risikopositionierungen kam es hierbei nicht an und
damit subventionierten sehr gut bis gut aufgestellte Unternehmen die Schwächeren. Ganz
besonders gut schnitten bestimmte öffentlich-rechtliche Kreditnehmer (Staaten, Kommunen,
etc.) ab, da bei diesen überhaupt kein Eigenkapital zu unterlegen war. Für
Kreditinstitute waren 20 % von diesen 8 % an Eigenmitteln vorzuhalten.
Bei einer Kreditsumme von EUR 1 Million ergibt sich dann folgendes
Bild:
Klasse |
zu unterlegendes EK |
öffentliche Kreditnehmer
(bei Erfüllen der Voraussetzungen) |
0 EUR |
Kreditinstitute |
16 000,-- EUR |
übrige Kunden |
80 000,-- EUR |
Diese vorgenannten Regelungen haben auch heute noch Gültigkeit.
Aufgrund sich ständig ändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, der Zunahme an
Kreditausfällen, etc. erkannte die Bank für
internationalen Zahlungsausgleich (BIZ),
dass diese Regelungen - auch als Basel I bekannt - heutigen Marktbedingungen nicht mehr
genügen. 1999 legte sie also Vorschläge zur Reform der Eigenkapitalstandards vor und
sorgte damit für eine sehr angeregte und kontroverse Diskussion. Diese Vorschläge, die
2001 nochmals überarbeitet wurden, sind gemeinhin unter dem Begriff Basel II bekannt
geworden.
Neben der Neueinstufung an zu unterlegendem Eigenkapital ist die
Ermittlung der jeweiligen Risikoeinstufung durch ein Rating als eine der wesentlichsten
Änderungen zu nennen. Ratings waren bis dahin in Deutschland fast unbekannt und wurde
eher angelsächsisch geprägten Räumen (dort lag auch der Ursprung für Ratingverfahren)
zugerechnet. Gerade die Ratingagentur Standard & Poor's, eine der ältesten Agenturen
im Markt, hat die Ratingverfahren wesentlich geprägt.
Hinsichtlich der Neueinstufung von Risikoklassen und der damit
einhergehenden Höhe zu unterlegender Eigenmittel ergibt sich folgendes Bild:
Risikoklassen nach Basel II am Beispiel der
Notation von Standard & Poor's
|
Rating |
AAA bis AA-- |
A+ bis A- |
BBB+ bis BBB- |
BB+ bis B- |
unter B- |
ohne Rating |
Ansprüche gegen |
|
|
|
|
|
|
Staaten |
0 % |
20 % |
50 % |
100 % |
150 % |
100 % |
Banken |
Option 1 |
20 % |
50 % |
100 % |
100 % |
150 % |
100 % |
|
Option 2 |
20 % |
50 % |
50 % |
100 % |
150 % |
50 % |
Unternehmen |
20 % |
100 % |
100 % |
100 % |
150 % |
100 % |
Bezogen auf ein
benötigtes Fremdkapital in Höhe von 1 Mio. EUR ergibt sich nun folgendes:
Ratingeinstufung |
Staaten |
Unternehmen |
AAA bis AA-- |
0,-- EUR |
16 000,-- EUR |
A+ bis A- |
16 000,-- EUR |
80 000,-- EUR |
BBB+ bis BBB- |
40 000,-- EUR |
80 000,-- EUR |
BB+ bis B- |
80 000,-- EUR |
80 000,-- EUR |
unter B- |
120 000,-- EUR |
120 000,-- EUR |
ohne Rating |
80 000,-- EUR |
80 000,-- EUR |
Die Bedeutung der
jeweiligen Ratingeinstufung finden Sie hier:
Es erscheint klar, dass diese
Vorschläge Auswirkungen auf Banken, Sparkassen und Unternehmen haben werden? Welche das
sein können wird in den einzelnen Menüpunkten näher dargestellt. |
|
Anzeige |
Basel II?
Die Antwort: |

|
|