Controlling
Controlling
ist ein Instrument zur Führung eines Unternehmens.
Der
Begriff geht zurück auf das englische to control ("steuern",
"lenken").
Neben der
Steuerung sind Planung und Kontrolle die Hauptaufgaben des Controlling.
Das
Controlling stellt dem Unternehmer Zahlen zur Verfügung; damit sollen Probleme
frühzeitig erkannt und somit schon im Ansatz umgangen werden.
Man
unterscheidet zwischen operativem und strategischem Controlling.
Die
Controllingaufgaben
Controlling
befasst sich mit den möglichen zukünftigen Entwicklungen des Unternehmens. Eine
Hauptaufgabe des Controllers ist es, alle Abläufe und wesentlichen Probleme des
Unternehmens zu kennen.
Die
Konzentration auf Kernprobleme nennt man Engpassorientierung. Oft gibt es mehrere
Engpässe gleichzeitig in einem Unternehmen, so dass man Prioritäten setzen muss, um die
einzelnen Probleme nacheinander zu beseitigen.
In
Zusammenarbeit mit allen Bereichen sollen mit Hilfe des Controlling Unternehmensziele
formuliert werden. Ein solches Unternehmensziel wäre beispielsweise, den Umsatz im
folgenden Jahr um 5 % zu erhöhen.
Sind alle
Ziele formuliert, gilt es, diese durch Soll-Vorgaben und Pläne zu beschreiben.
Die
Planung, Kontrolle, Steuerung
Controlling
muss eine strategische und eine operative Ausrichtung haben. Die Hauptaufgaben des
Controlling sind folglich:
Planung:
Dies
bedeutet die Definition der Unternehmensziele, operative Planung für Ergebnis und
Liquidität sowie strategische Planung zur Existenzsicherung;
Kontrolle:
Soll-Ist-Vergleiche,
Abweichungsanalysen und Schwachstellenanalysen;
Steuerung:
Soll-Ist-Vergleiche,
Einleitung und Durchführung von Korrekturmaßnahmen sowie Erkennen und Beseitigen von
Engpässen.
Je nach
Zeithorizont unterscheidet man zwischen operativem (kurzfristig: zwei bis drei Jahre) und
strategischem (langfristig: drei bis fünf Jahre) Controlling. Da beide Arten des
Controlling auf gegenseitigen Erkenntnissen beruhen, dürfen sie nicht getrennt betrachtet
werden. Ohne strategisches Controlling ist der operative Ansatz wertlos und umgekehrt.
Operatives
Controlling
Ablauf der operativen Unternehmensplanung

Planung
Eine
detaillierte operative Planung baut auf Teilplänen (Budgets) auf.
Die
einzelnen Abteilungen erhalten diese in Form von Vorgaben über durchzuführende
Maßnahmen und angestrebte Ziele.
Zunächst
wird von einem Absatz- und einem Umsatzplan ausgegangen. Diese bilden die Grundlage für
alle weiteren Budgets.
Bei der
operativen Planung werden kurzfristige Pläne aufgestellt, ihr Ziel ist es deshalb,
Liquidität, Rentabilität und Ertragskraft des Unternehmens zu sichern.
Sie
orientiert sich am Tagesgeschäft.
Rentabilität
bezeichnet hier die Differenz von Reingewinn und eingesetztem Kapital, Liquidität steht
für die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Die
operative Planung bezieht regelmäßig alle Abteilungen mit ein und wird nach
Kostenstellen und Kontenarten durchgeführt.
Im
Idealfall stellen alle Abteilungen Pläne für die von ihnen zu erbringenden Leistungen
und die dabei anfallenden Kosten auf. Diese Pläne werden dann zu einer Gesamtplanung für
das folgende Jahr zusammengefasst und der Geschäftsführung vorgelegt.
Viele
Unternehmen führen eine Planrevision durch. Dabei werden die Budgets in einer zweiten
Planung nochmals überarbeitet, um neue Erkenntnisse einfließen zu lassen. (vgl.
Abbildung "Ablauf der operativen Unternehmensplanung")
Die
Instrumente des operativen Controlling
Wichtige
betriebswirtschaftliche Instrumente für das Controlling im operativen Bereich sind:
Deckungsbeitragsrechnung,
kurzfristige Erfolgsrechnung,
ABC-Analyse,
Gemeinkostenwertanalyse,
Bestellmengenanalyse,
Auftragsstrukturanalyse,
betriebliches Vorschlagswesen,
Break-even-Analyse,
ROI-Analyse
(Return-on-Investment-Analyse),
Make-or-Buy-Analyse.
Strategisches
Controlling
Die
strategische Planung
Bei der
strategischen Planung handelt es sich um eine Grobplanung, in die Erkenntnisse der
operativen Planung einfließen.
Wie die
operative Planung wird auch die strategische Planung ständig überarbeitet.
Für die
strategische Planung bietet sich der jährliche Überarbeitungsturnus an. Sie versucht
nicht, das Tagesgeschehen zu planen, sondern will vielmehr grundsätzliche Chancen und
Möglichkeiten des Unternehmens ausarbeiten.
Hier ist
die Existenzsicherung des Unternehmens oberstes Ziel. Die Pläne sollen weniger Details
als vielmehr Richtungsvorgaben und Grundsatzentscheidungen enthalten (z.B. Erschließung
neuer Märkte, Produktinnovationen, Ausbau der Vertriebswege).
Instrumente
des strategischen Controlling
Für das
strategische Controlling setzt man folgende betriebswirtschaftliche Instrumente ein:
Potentialanalysen,
Portfolioanalysen,
Produktlebenszykluskurven,
Funktionsstrategien,
Erfahrungskurven,
Produktmatrix,
ROI-Analyse (Return-on-Investment-Analyse),
Break-even-Analyse,
Fünfjahresplanung
für Cash und Ergebnis.
Die
Kontrolle
Kontrolle
ist die Gegenüberstellung von Ist- und Planwerten. Damit können Sie überprüfen, ob die
eingetretenen Ergebnisse mit den geplanten Größen übereinstimmen.
Der
Soll-Ist-Vergleich spielt vor allem bei operativem Controlling eine große Rolle.
Soll-Ist-Vergleich

Das
wichtigste Kontrollinstrument des Controlling bildet der Soll-Ist-Vergleich.
Dabei
werden die von der operativen Planung aufgestellten Planwerte (Soll) in regelmäßigen
Abständen mit den tatsächlichen Werten verglichen.
Planwerte
können Sie z.B. für Größen wie Umsatz, Kosten oder Gewinn aufstellen.
Der
Controller muss Abweichungen frühzeitig erkennen.
Wenn
Abweichungen zutage treten, muss eine Ursachenanalyse durchgeführt werden. Diese muss den
Verantwortlichen zur Verfügung gestellt werden, damit sie Korrekturmaßnahmen einleiten
können.
Wichtig:
Es ist
entscheidend, dass Sie die Ursachen für alle wichtigen positiven und negativen
Abweichungen ermitteln. Daraus können Sie für die Zukunft Anregungen beziehen und dann
Fehler vermeiden.
Abweichungen
können nur zwei Ursachen haben:
falsche Planung oder falsche Umsetzung der Pläne.
Gründe
für Fehlplanungen könnten eine falsche Einschätzung des Unternehmensumfelds oder
mangelnde interne Abstimmung sein.
Vermeiden
Sie es, die betroffenen Mitarbeiter von Planung und Fehleranalyse auszuschließen.
Die
fehlerhafte Umsetzung der Planung beruht oft darauf, dass beschlossene Ziele nicht
verfolgt werden oder dass vorgesehene Maßnahmen nicht mit dem nötigen Nachdruck
durchgeführt werden.
Tipp:
Als
Kontrollzeitraum bietet sich für das operative Controlling ein monatlicher Rhythmus an.
Kürzere
Intervalle (etwa im Wochentakt) sind zu stark schwankungsanfällig. Intervalle von mehr
als einem Monat Dauer sind deshalb problematisch, weil dann bereits viel Zeit für
wirksame Korrekturmaßnahmen verstrichen ist.
Die
Steuerung
Um die in
der Planung aufgestellten und durch die Kontrolle überprüften Ziele zu erreichen,
müssen Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Hierdurch
sollen entstandene Abweichungen frühzeitig ausgeglichen und die gesetzten Ziele doch noch
erreicht werden.
Die
Teilbereiche des Controlling, Planung, Kontrolle und Steuerung, müssen miteinander
verbunden werden. Damit wird ein Regelkreis geschaffen, der sich selbst steuert und damit
die Erreichung des Ziels erst ermöglicht.
Ebenso
müssen operatives und strategisches Controlling aufeinander bezogen werden, und die
strategische Ausrichtung des Unternehmens muss aufgrund der eventuellen Plankorrekturen im
operativen Teil neu gesetzt werden.
Die
Voraussetzungen für ein funktionierendes Controlling
Folgende
Voraussetzungen sollten Sie in Ihrem Unternehmen für ein funktionierendes Controlling
schaffen:
Eine
Teilkostenrechnung in Form einer Deckungsbeitragsrechnung und einer kurzfristigen
Erfolgsrechnung muss vorhanden sein.
Der Controller
muss von der Unternehmensführung volle Unterstützung erfahren, da er in der Regel nicht
über Weisungsbefugnis verfügt.
Controlling
basiert auf Überzeugungsarbeit und Zusammenarbeit. Nur wenn jeder Funktionsinhaber zur
Mitarbeit bereit ist, kann Controlling effektiv eingesetzt werden.
Alle
Mitarbeiter sollten so informiert werden, dass sie den Sinn und die Notwendigkeit des
Controlling verstehen. Nur so werden sie ihre Mitarbeit anbieten. |