Das Marketing
Im Verlaufe von Existenzgründungen ist oft zu
beobachten, dass sich die Gründer um allerlei verschiedene Sachverhalte kümmern.
Da werden Konzepte geschrieben, Diagramme mit
Berechnungen, Investitionspläne und ähnliches aufgestellt.
Der Bereich des Marketing bleibt aber oftmals
ausgeklammert.
Doch die Geschäftsidee alleine verschafft
noch keine Umsätze und damit auch Gewinne.
Schließlich muss die Idee vermarktet und an
die Frau - den Mann gebracht werden.
Außerdem erleichtert das Verständnis des
Marketing-Instrumentariums den Umgang mit den eigenen Lieferanten sowie das Gespür für
die Konkurrenz.
Das
Marketing umfasst alle Maßnahmen zu einer erfolgreichen Vermarktung
Dazu
gehören die Aktivitäten des
Im
Mittelpunkt der auf aktuelle und potentielle Absatzmärkte ausgerichteten
Unternehmensaktivitäten steht die dauerhafte Befriedigung von Kundenbedürfnissen.
Der
Trend des modernen Marketing verlagert sich von der Produktfokussierung hin zu einer
völligen Kundenorientierung.
Beschaffungsmarketing
Strategien
und Instrumente
Zur
Erreichung der angestrebten Beschaffungsziele hat die Marktforschung die Aufgabe, Daten
über relevante Beschaffungsquellen/Lieferanten, deren Konditionen (z.B. Bezugspreise,
Lieferzeiten, Qualitäten) sowie Informationen über Beschaffungsbarrieren (z. B.
administrative und gesetzliche Vorschriften) und über die Wirkung der eingesetzten
beschaffungspolitischen Marketinginstrumente zu sammeln und aufzubereiten.
Zu den
Instrumenten des Beschaffungsmarketing gehören die
Bezugsmengenpolitik
Bei der
Bezugsmengenpolitik geht es um die Festlegung der Bestellmengen, die bei einem Lieferanten
in Auftrag gegeben werden sollen. Die Bestellmenge ist der Teil der Bedarfsmenge, der von
einem zu beschaffenden Gut in einer Planperiode (z. B. einem Jahr oder Monat)
benötigt wird.
Wichtig:
Bei der
Festlegung der Bestellmenge sollten Sie darauf achten, dass der Lieferant auch in der Lage
und bereit ist, die bei ihm bestellten Mengen frist- und qualitätsgerecht zu liefern.
Lassen Sie sich - beim Erstkontakt und -kauf - Referenzen nennen und zeigen, aus denen die
Lieferkompetenz und -fähigkeit hervorgehen.
Beschaffungsmarktbearbeitung
Die
Bezugsmengenpolitik ist wesentlich von der Strategie der Beschaffungsmarktbearbeitung
abhängig. Man unterscheidet hierbei zwischen dem single sourcing und dem multiple
sourcing.
Beim single sourcing werden bestimmte Güter nur von einem
Lieferanten beschafft (konzentrierte Marktbearbeitung), während beim multiple sourcing für ein Einkaufsobjekt mehrere Lieferanten
eingeschaltet werden (differenzierte Marktbearbeitung).
Die
Vorteile des single sourcing liegen vor allem in der Einsparung von Transaktions- und
Abwicklungskosten sowie der Nutzung von mengenbezogenen Preisnachlässen.
Dafür
bietet aber das multiple sourcing die Vorteile einer geringeren Abhängigkeit von einem
Lieferanten und einer flexibleren Bezugspolitik.
Beschaffungspreispolitik
Im Rahmen
der Beschaffungspreispolitik geht es darum, die Einkaufspreise zu senken. Dabei stehen dem
beschaffenden Unternehmen - je nach Machtstellung gegenüber den Lieferanten -
verschiedene Grundstrategien zur Verfügung.
Bei einer
starken Stellung kann beispielsweise eine Preisdruckstrategie eingesetzt werden,
bei der die Angebotspreise nach unten gedrückt werden. So können einem Lieferanten
beispielsweise Fest- bzw. Zielpreise vorgegeben werden, die er erfüllen muss.
Anderenfalls kommt keine Bestellung zustande, oder es erfolgt eine Auslistung.
Wichtig:
Eine
Preisdruckstrategie wird Ihnen nur gelingen, wenn Sie für den Lieferanten ein sehr
bedeutender Großabnehmer sind.
Ist Ihr
Unternehmen im Kundenportfolio des Lieferanten weniger bedeutsam, dann ist es meist
sinnvoll, eine Preismotivationsstrategie zu verfolgen. Hierbei wird versucht, den
Lieferanten beispielsweise aufgrund von langfristigen Geschäftsbeziehungen zu
Preisnachlässen (z. B. einem Treuerabatt) zu motivieren.
Qualitätspolitik
Die
Qualitätspolitik umfasst die Festlegung, Überprüfung und Sicherung der optimalen Güte
der Beschaffungsgüter. Qualität wird dabei nicht nur nach objektiven Kriterien
definiert, sondern vor allem auch nach den Anforderungen des Produktions- und
Absatzprozesses des eigenen Unternehmens.
Beschaffungswegepolitik
Die
Beschaffungswegepolitik bezieht sich auf Entscheidungen über die einzubeziehenden Stufen
im Beschaffungsprozess. Es ist festzulegen, ob die Güter direkt beim Hersteller beschafft
oder ob weitere Beschaffungsmittler (z.B. der Produktionsverbindungshandel) einbezogen
werden sollen.
Beschaffungswerbung
Der
Beschaffungswerbung kommt die Aufgabe zu, ausgewählte Lieferanten in ihrem
Absatzverhalten zu beeinflussen. Das kann beispielsweise zur Erzielung günstiger
Einkaufspreise, Festigung der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung oder Ausweitung der
bestehenden Lieferantenbasis geschehen. Typische Werbemittel sind Fachzeitschriften und
Prospekte, die per Mailing versendet und/oder auf Messen an (potentielle) Lieferanten
verteilt werden.
Produktpolitik
Die
Produktpolitik ist ein wichtiger Bestandteil der Sortimentspolitik.
Sie
legt die ideellen und funktionellen Anforderungen an ein Produkt fest.
Darin
eingeschlossen sind alle Faktoren, die ein Produkt technisch definieren und auf die
Anwendungsfälle im Markt ausrichten.
Dazu
gehören aber auch klare Aussagen zur Qualität, Umweltfreundlichkeit und Verpackung eines
Produktes.
Im
Rahmen der Produktpolitik werden ebenfalls die Vorgaben für Neuentwicklungen,
Differenzierungen und Änderungen festgelegt sowie die Entscheidungen über die
Eliminierung von Produkten getroffen.
Zielvorgaben
Das
Produkt ist die Lösung zur Befriedigung von individuellen Marktbedürfnissen.
Ausgerichtet
auf diese hochgesteckte Forderung muss die Produktpolitik folgende Zielvorgaben erfüllen:
klare
Festlegung von Art und Umfang der Produkte und Produktgruppen,
das
Aufzeigen der vorgesehenen Anwendungsfälle,
Beschreibung
der geplanten Neuentwicklungen und Differenzierungen in Pflichtenheften,
geordnete
Vorbereitung des Ausstiegs.
Anforderungen
an ein marktgerechtes Produkt
Nicht
mehr technisch einwandfreie Produkte alleine, sondern Problemlösungen mit einem
höchstmöglichen Nutzen für den Abnehmer sind die Erfolgsvoraussetzungen für die
Zukunft. Um dies zu erreichen, muss ein Produkt zwei ganz wesentliche Anforderungen
erfüllen:
Funktionelle
Anforderungen
Funktionelle
Komponenten sind die direkt mess- oder beurteilbaren technischen Elemente eines Produktes.
Dazu zählen die technische Funktion, das Bedienhandling, das Form- und Farbdesign genauso
wie die Qualität und die anwenderfreundliche Montage.
Ideelle
Anforderungen
Für den
Verkauf eines Produktes sind die ideellen Komponenten oft die wertvolleren. Im
Konsumgüterbereich wird ein Produkt kaum den Weg zum Markt finden, wenn nicht ein
klangvoller Markenname den Einstieg erleichtert. So wird z.B. Umweltfreundlichkeit zu
einem Schlüsselelement eines guten Produktes.
Produktsegmentierung
Ein
Produkt der Zukunft muss anpassbar sein und schon in der Grundstruktur
Bedürfnisentwicklungen vorwegnehmen. Das Bilden von überschaubaren Produktsegmenten ist
deshalb eine wichtige Voraussetzung für einen schnellen und wirtschaftlichen
Anpassungsprozeß an die Marktbedürfnisse. Die folgenden Produktsegmente sollten dabei
beachtet werden.
Betätigungsfeld
Die
Grundsätze der Produktpolitik verlangen von jedem Unternehmen eine klare Ausrichtung auf
Produkte, in welchen die eigenen Stärken am besten realisiert und am Markt erfolgreich
umgesetzt werden können. Dies können ganze Geschäftsfelder oder nur einzelne
Produktgruppen sein.
Produktstruktur
Für das
Erreichen einer optimalen Produktivität ist es ausschlaggebend, ob nur Endprodukte
hergestellt werden oder dem Markt die gesamte Produkttiefe vom Einzelteil über die
Baugruppen bis hin zur Komplettlösung angeboten werden soll.
Produktkategorie
Um am
Markt bestehen zu können, ist es wichtig, sich auf die dem Unternehmen entsprechende
Produktkategorie festzulegen. Es ist schwierig, neben Massenprodukten gleichzeitig
Exklusivprodukte anzubieten. Beide Gruppen verlangen ganz unterschiedliche Strategien.
Produktlebenszyklus
Durch die
permanenten Verkürzungen des Produktlebenszyklus ist zwangsläufig mehr Schnelligkeit
gefordert. Bei der Entscheidung für ein neues Produkt ist deshalb kritisch darauf zu
achten, wie lange sich dieses im Markt hält und welche wirtschaftlichen Ergebnisse damit
erreicht werden können.
Das
Produkt in der Anwendung
Für die
richtige Einschätzung der Wertigkeit eines Produktes für den Abnehmer ist es sinnvoll,
dafür ein eigenes Produktsegment zu bilden. Ein Produkt, welches z. B. an der Frontseite des Kundengerätes eingesetzt wird,
hat höhere Anforderungen an das Design zu erfüllen, als Produkte, die im Inneren oder an
der Rückseite eines Gerätes verschwinden.
Produktmanagement
Verantwortlich
für die Produktpolitik ist das Produktmanagement, welches in Zusammenarbeit mit der
Geschäftsführung und dem Marketing alle wichtigen Rahmenbedingungen festlegt. Als Pate
für ein Produkt oder eine Produktgruppe übernimmt der Produktmanager die Planung und
Koordination, von der ersten Idee über die Entwicklung und Markteinführung bis hin zum
geregelten Ausstieg.
Distributionspolitik
Distributionspolitik,
häufig auch als Vertriebspolitik bezeichnet, ist ein Teilbereich des Marketing-Mix
und umfasst sämtliche Entscheidungen und Maßnahmen, die mit der Übertragung von
Eigentums- und Nutzungsrechten eines Gutes vom Hersteller auf den Abnehmer in Verbindung
stehen.
Es
handelt sich hierbei also um die Festlegung und Durchführung von Warenverkaufs- und
Güterverteilungsprozessen.
Dementsprechend
lässt sich die Distributionspolitik in zwei große Teilbereiche einteilen, und zwar in
das akquisitorische Absatzwegemanagement und in die Logistik.
Das Absatzwegemanagement
umfasst sämtliche Entscheidungen über die Einbeziehung, Auswahl, Steuerung und
Koordination von Distributionsorganen, die als wirtschaftliche und selbständige
Handelsunternehmen die Güterübertragung vom Hersteller zum Verwender auf eigenen Namen
und auf eigene Rechnung aktiv unterstützen (wie z.B. Groß- und Einzelhändler).
Länge
der Absatzwege
Im Rahmen
der Selektionsentscheidungen sind vor allem die Länge und Breite der Absatzwege zu
bestimmen. Bezüglich der Länge ist festzulegen, wie viele unterschiedliche
Distributionsstufen einbezogen werden sollen.
Direktdistribution
Erfolgt
der Absatz eines Gutes ohne Einschaltung von Absatzmittlern/Händlern, dann spricht man
von Direktdistribution.
Beim
direkten Absatz bestehen die wesentlichen Vorteile darin, dass
eine
größere Nähe zum Verwender vorliegt,
dadurch ein
intensiverer Kontakt zum Markt aufgebaut werden kann,
Kosten und
Margen der Zwischenhändler eingespart werden und eine
geringere
Abhängigkeit von Händlern besteht.
Indirekte
Distribution
Werden
ein oder mehrere Absatzmittlertypen einbezogen, dann handelt es sich um eine indirekte
Distribution.
Vorteile
eines indirekten Absatzes sind, dass Sie
eine höhere
Absatzdichte erreichen können,
kein eigenes
umfassendes und attraktives Absatzsortiment aufbauen müssen,
in der Regel
weniger Kapital zum Aufbau des Absatzkanals benötigen.
Breite
des Absatzkanals
Die
Breite des Absatzkanals bezieht sich auf die Anzahl unterschiedlicher Handelsbetriebe auf
einer Distributionsstufe, die zur Absatzunterstützung eingeschaltet werden.
Grundsätzlich stehen Ihnen in diesem Zusammenhang drei Basisstrategien offen:
Universalvertrieb
Hierbei
wird möglichst jeder Absatzmittler einer Distributionsstufe einbezogen, um eine Überall-Erhältlichkeit
(Ubiquität) sicherzustellen. Der Universalvertrieb ist typisch bei Gütern des täglichen
Bedarfs (sogenannte convenience goods).
Selektiver
Vertrieb
Es werden
nur Handelsunternehmen eingeschaltet, die bestimmte Anforderungen, beispielsweise
hinsichtlich der Verkaufsmethode, -fläche, Sortimentsstruktur und der Reputation
erfüllen. Selektiver Vertrieb ist immer dann angebracht, wenn die Zahl potentieller
Absatzmittler größer als für die Distributionspolitik notwendig ist. Der selektive
Vertrieb ist oft bei Gütern des gehobenen Bedarfs (sogenannte shopping goods) wie
Bekleidung und Möbeln anzutreffen.
Exklusiver
Vertrieb
Hier wird
nicht nur eine qualitative Selektion, sondern zusätzlich auch eine quantitative Auswahl
der Händler vorgenommen. In der Regel geht der exklusive Vertrieb mit einem Gebietsschutz
einher und wird vertraglich festgeschrieben. Der Exklusivvertrieb kommt meistens bei
Luxusgütern und Spezialartikeln (sogenannte speciality goods) wie Autos und
Unterhaltungselektronik zum Einsatz.
Akquisitionsstrategien
Die
Akquisitionsstrategien haben die Aufgabe, Händler zur Listung der erstellten Waren zu
motivieren. Dabei lassen sich zwei Vorgehensweisen isoliert oder auch kombiniert
einsetzen:
Push-Strategie
Die
Händler werden direkt auf eine Listung angesprochen und mittels Werbung,
Serviceleistungen und speziellen Konditionen zur Aufnahme der Waren stimuliert. Das Ziel
ist, die Güter in den Markt zu drücken.
Pull-Strategie
Die
Verwender/Endabnehmer werden durch massive Werbung und Verkaufsförderungsmaßnahmen dazu
angehalten, die Waren des Herstellers im Handel nachzufragen. Durch den Nachfragesog
sollen die Händler zu einer Listung motiviert werden.
Koordinationskonzepte
Steuerungs-
und Koordinationskonzepte sollen die Einflussnahme des Herstellers auf die eingeschalteten
Handelsbetriebe sicherstellen und ausbauen. Hierzu ist es notwendig,
Bindungsmöglichkeiten zu etablieren. Diese reichen von losen Absichtserklärungen und
gegenseitigen Vereinbarungen, die sich meist nur auf einzelne Funktionen und Bereiche
beziehen (z.B. Gebietsschutz oder Mindestabnahmemengen), bis hin zu vertraglichen
Vertriebssystemen, die sich auf das gesamte Handelsunternehmen beziehen (z.B. bei
Vertragshändlersystemen und Franchising).
Wichtig:
Vor der Einführung von vertraglichen Bindungssystemen
sollten Sie genau die rechtliche Lage (z.B. Kartellrecht, Wettbewerbsrecht usw.) prüfen
und auch die zukünftigen Entwicklungen abschätzen. Durch die beabsichtigte Aufhebung der
Gruppenfreistellungsverordnung im Rahmen der EU-Angleichung wird es zu einer veränderten
Rechtsprechung kommen, die auch Auswirkungen auf bestehende Vertragssysteme haben wird.
Logistikpolitik
Die
Aufgabe der Logistik besteht in der Überbrückung von räumlichen und zeitlichen
Differenzen zwischen Güterproduktion und -verwendung. Die wichtigsten Bereiche hierbei
sind die Auftragsabwicklung, die Lagerhaltung und der Transport sowie die Entsorgung von
Altprodukten (Redistribution und Recycling). Das Ziel ist, die richtigen Waren in der
richtigen Menge und der gewünschten Qualität zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort
bereitzustellen. Hierzu ist eine optimale Gestaltung des Güter- und Informationsflusses
zwischen dem Hersteller und den einzelnen Distributionsorganen erforderlich, die durch den
Einsatz von modernen Warenwirtschaftssystemen und leistungsfähigen
Kommunikationstechnologien forciert werden kann.
Preispolitik
Die
Preispolitik ist eines der vier Hauptinstrumente der Marketingpolitik.
Sie
beinhaltet sämtliche Möglichkeiten der Preisgestaltung einschließlich der
Preisnachlässe und Sondervereinbarungen.
Sie
bezieht sich entweder auf das komplette Angebot eines Unternehmens, auf Teilbereiche des
Angebotes oder auf einzelne Produkte.
Markt
und Wettbewerb bestimmen den Preis, es sei denn, das Produkt oder die Dienstleistung
bietet dem Kunden einen zusätzlichen Anreiz.
Die
Kosten sind ein wichtiges Instrument zur internen Navigation von Preisdifferenzen.
Preisfindung
Grundlagen
der Preisfindung sind
Preisobergrenze
Mit Hilfe der
Marktforschung kann der Unternehmer ermitteln, zu welchen Preisen seine Konkurrenten ihre
Produkte anbieten (Marktpreis) und welche Preise die potentiellen Nachfrager für das
Produkt des Unternehmens zu zahlen bereit sind. Dadurch läßt sich die Preisobergrenze
ermitteln.
Preisuntergrenze
Kostenrechnung
und Kalkulation zeigen Ihnen dagegen, zu welchem Preis Sie Ihr Produkt mindestens anbieten
müssen, damit Ihre Kosten gedeckt werden. Es wird also die Preisuntergrenze ermittelt.
Bei diesen Überlegungen sollte auch auf die
jeweilige Preiselastizität der Produkte geachtet werden. Sie zeigt das Ausmaß von
Absatz- beziehungsweise Nachfrageänderungen aufgrund geringer Preisänderungen.
Normmarketingstrategien
Je nach
Stand des Produkts im Lebenszyklus helfen Ihnen Normmarketingstrategien bei der richtigen
Anwendung der preispolitischen Instrumente.
Einführungsphase
In der
Einführungsphase empfiehlt sich ein hoher Endabnehmerpreis. Das gilt sowohl für
USP-Produkte (Produkte mit einzigartigem Verkaufsvorteil) als auch für Me-too-Produkte.
Denn für die in dieser Phase meist angesprochene kleine Zielgruppe, die Innovatoren und
Frühadaptoren, ist der Preis häufig ein Qualitätsindikator. Weitere Gründe für einen
anfangs höheren Preis sind die oft hohen Entwicklungskosten, die möglichst schnell
amortisiert werden sollen, und die guten Gewinnspannen für den Handel, der damit zu einer
Listung des Produktes motiviert werden kann.
Wachstumsphase
In der
Wachstumsphase wird in der Regel eine größere und preissensiblere Zielgruppe
angesprochen. Der Kostendruck des Unternehmens sinkt und die Mitbewerber drängen stärker
auf den Markt. Folglich sollten die Preise gesenkt werden.
Sättigungsphase
In der
Reife- und Sättigungsphase sind die Marktanteile zunehmend verteilt und können meist nur
noch durch kostspielige Preiskämpfe verändert werden. Deshalb gilt es jetzt, einen zu
starken Preisverfall zu verhindern.
Degenerationsphase
Wird in
der Degenerationsphase (auch: Rückgangsphase) das Produkt nicht vom Markt genommen, da
noch ein Rumpfmarkt besteht, sollten die Preise für die verbleibenden Produktvarianten
wieder angehoben werden.
Preisdifferenzierung
Preisdifferenzierung
bedeutet, dass ein Unternehmen Produkte der gleichen Art zu unterschiedlichen Preisen
verkauft.
Es lassen
sich insgesamt fünf Arten der Preisdifferenzierung unterscheiden:
Räumliche
Preisdifferenzierung
Bei der
räumlichen Preisdifferenzierung verkauft ein Unternehmen auf räumlich abgegrenzten
Märkten gleiche Produkte zu unterschiedlichen Preisen, z.B. je ein Preis für einen
inländischen und für einen ausländischen Markt.
Zeitliche
Preisdifferenzierung
Zeitliche
Preisdifferenzierung bedeutet, dass ein Unternehmen für gleichartige Produkte zu
verschiedenen Zeiten unterschiedliche Preise fordert, z.B. bei Saisonartikeln.
Preisdifferenzierung
nach Verwendungszweck
Bei der
Preisdifferenzierung nach dem Verwendungszweck fordert ein Unternehmen für gleiche
Produkte bei unterschiedlicher Verwendung unterschiedliche Preise, z.B. unterschiedliche
Stromtarife für Haushalt und Industrie.
Preisdifferenzierung
nach Absatzmenge
Bei der
Preisdifferenzierung nach der Absatzmenge räumt ein Unternehmen bei bestimmten
Absatzmengen Rabatte oder Boni ein, oder verlangt bei Unterschreiten einer
Mindestbestellmenge höhere Preise für gleiche Produkte.
Preisdifferenzierung
nach Abnehmern
Hier legt
das Unternehmen je nachdem, wer der Abnehmer der Produkte ist, unterschiedliche Preise
fest, z.B. Großhandels- und Endabnehmerpreise.
Preisnachlässe
Bestandteil
der Preispolitik sind auch unterschiedliche Preisnachlässe.
Rabatt
Als
Rabatt wird ein Preisnachlass bezeichnet, der mit dem Produkt zusammenhängt und direkt
den Rechnungsbetrag schmälert. Wichtige Rabattarten sind: Mengenrabatte, Zeitrabatte wie
Einführungsrabatte, Treuerabatte oder Naturalrabatte.
Bonus
Ein Bonus
ist eine Gutschrift bzw. ein Preisnachlass, der den Abnehmern nachträglich von
Lieferanten zugestanden wird.
Skonto
Skonto
ist ein prozentualer Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag bei Zahlung innerhalb einer
bestimmten festgelegten Frist.
Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) verbietet in Deutschland eine
Preisbindung, mit Ausnahme von Medikamenten und Verlagserzeugnissen.
Unverbindliche
Preisempfehlung
Bei
Markenartikeln ist in Deutschland die sogenannte unverbindliche Preisempfehlung
zugelassen. Wie das Wort schon sagt, haben diese Preise keine Verbindlichkeit, werden
jedoch oft vom Handel als Richtpreise angenommen.
Die
unverbindlichen Preisempfehlungen dürfen allerdings nicht weit über den Preisen liegen,
die der Handel für gewöhnlich erzielen kann (Verbot von Mondpreisen).
Werbung
Werbung
ist ein Hauptbestandteil der Kommunikationspolitik.
Sie
findet immer in räumlicher Distanz zum Verkaufsort statt.
Dadurch
unterscheidet sie sich von der Verkaufsförderung und durch den Einsatz von Werbemitteln
auch vom persönlichen Verkauf.
Werbung
erfolgt über bezahlte Medien (Werbeträger) und mit eindeutiger Nennung des
Werbetreibenden.
Dieser
kann auch durch gestalterische Elemente, z.B. ein bestimmtes Bildmotiv oder eine Farbe
vermittelt werden.
Grundlage
für jede Werbeaktivität muss ein Konzept sein, das u.a. den zeitlichen Einsatz, die
Aussage, die Zielgruppe und die Kosten festlegt.
Ziele
der Werbung
Je nach
den verfolgten Zielen werden drei Werbearten unterschieden:
Einführungswerbung
Die Einführungswerbung soll die Voraussetzungen dafür
schaffen, dass ein neues Produkt vom Markt angenommen wird.
Expansionswerbung
Ziel der Expansionswerbung ist, den Umsatz bestimmter, am
Markt bereits etablierter Produkte, zu erhöhen. Dies kann entweder durch die Gewinnung
neuer Kunden oder durch Mehrkäufe alter Kunden erreicht werden.
Erhaltungswerbung
Sie hat zum Ziel, den Umsatz auf dem erreichten Niveau zu halten und
zu verhindern, dass die Kunden zu einem Mitbewerber abwandern.
Zahl
der Werbenden
Abhängig
von der Zahl der Werbenden wird unterschieden zwischen:
Alleinwerbung
Hier wirbt nur ein Unternehmen. Der Vorteil liegt vor allem
in der problemlosen Abstimmung der Werbung auf die individuellen betrieblichen Belange.
Kollektivwerbung
Hier werben mehrere Unternehmen gemeinsam. Werden diese
Unternehmen einzeln Namentlich in der Werbung erwähnt (z.B. Autohändler, die
gemeinsam für eine Automarke werben), so spricht man von Sammelwerbung. Bleiben
die einzelnen Unternehmen anonym (z.B. Fleisch - ein Stück Lebenskraft), so handelt es
sich um Gemeinschaftswerbung. Hauptvorteil der Kollektivwerbung ist es, dass die
Werbekosten auf mehrere Parteien umgelegt werden können.
Inhalt
der Werbung
Je nach
ihrem Inhalt unterscheidet man zwischen informativer Werbung und Suggestivwerbung.
Informative
Werbung
Informative Werbung stellt die sachliche Information über
das Produkt in den Vordergrund, z.B. Darstellung und Erläuterung der technischen
Ausstattung oder der Verwendungsmöglichkeiten des Produktes.
Suggestivwerbung
Suggestivwerbung zielt dagegen in erster Linie auf die Gefühle des
Konsumenten ab, z.B. das Gefühl von Freiheit und Abenteuer.
Konjunktur
und Werbung
Je
nachdem wie ein Unternehmen mit seiner Werbung auf die jeweils herrschenden
konjunkturellen Gegebenheiten reagiert, betreibt es:
Zyklische Werbung
Bei zyklischer Werbung laufen die Werbeausgaben parallel
zur konjunkturellen Situation, d.h., je günstiger die wirtschaftliche Situation eines
Unternehmens ist, desto höher sind auch seine Werbeausgaben und umgekehrt.
Antizyklische
Werbung
Von antizyklischer Werbung spricht man, wenn ein
Unternehmen in Zeiten der Depression, d.h. bei konjunkturell schlechter Lage, verstärkt
wirbt und umgekehrt.
Gegenstand
der Werbung
Auch hier
lassen sich zwei Arten der Werbung unterscheiden:
Produktwerbung
Die Produktwerbung stellt, entsprechend ihres Namens, das
Produkt in den Vordergrund.
Firmenwerbung bzw.
Imagewerbung
Bei der Firmen- bzw. Imagewerbung werden das Unternehmen,
seine Leistungsfähigkeit, Grundsätze oder Taten als Ganzes vorgestellt.
Public-Relations
Unter
Public Relations (wörtlich übersetzt: öffentliche Verbindungen) oder kurz PR versteht
man die Bemühungen, in der Öffentlichkeit Vertrauen und Verständnis zu erwirken und zu
festigen.
Sinnvollerweise
gehen Unternehmen, Institutionen, Behörden, Verbände, Vereine und auch Privatpersonen
dabei
Dabei
wird nach diversen Öffentlichkeiten differenziert.
Ob
beispielsweise
Medien,
Kunden,
Lieferanten,
Publikum,
Aktionäre,
Belegschaft,
oder die Region
- jede
Zielgruppe bedarf der speziellen und zielgerichteten Ansprache und erfordert
unterschiedliche Maßnahmen.
Die
Public Relations (PR) sind als wesentliches Instrument unverzichtbarer Bestandteil des
Marketing. Gute PR-Arbeit kann vieles bewirken und letztlich entscheidende image- und
verkaufsfördernde Impulse setzen. Die Intensität, mit der PR betrieben wird,
unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen.
Vor allen
Dingen in eher kritikgewohnten Branchen, wie z.B. der chemischen Industrie, der Pharmazie,
der Tabakindustrie, der Fleisch- oder Pelzbranche oder der Kernkraftwerke wird für PR
sehr viel Geld ausgegeben, um ein negatives oder zumindest kritisches Grundimage
aufzubessern.
Ziele
der Public Relations
PR-Aktionen
verfolgen immer bestimmte Ziele, die ganz unterschiedlicher Natur sein können, ihrem
Wesen nach jedoch folgenden vier Hauptgruppen zuzuordnen sind:
Erfüllen
einer Veröffentlichungspflicht (z.B. Geschäftsberichte bei Aktiengesellschaften);
Informationen
liefern (z.B. Produkt-Inhaltsstoffe freiwillig benennen);
Legitimation
erläutern (z.B. bestimmte Handlungsweisen erklären, die ohne nähere Erläuterung falsch
oder gar nicht verstanden werden können);
Motivation
erwirken (z.B. Spendenaufrufe oder globale Kaufimpulse vermitteln).
Funktionen
der Public Relations
Nach den
Zielen lassen sich im einzelnen die unterschiedlichsten Funktionen der PR ableiten:
Informationsfunktion nach innen und außen;
Kontaktfunktion zum Aufbauen und Halten
unternehmensrelevanter Verbindungen;
Führungsfunktion zum Schaffen von Verständnis für
bestimmte Entscheidungen nach innen und außen;
Imagefunktion, mit der ein Image aufgebaut, gehalten,
geändert oder gepflegt wird;
Harmonisierungsfunktion innerhalb von Unternehmen;
Gesellschaftsfunktion, bei der PR gesellschaftlich relevante Themen
einbezieht und die Position des Unternehmens dazu klarstellt;
Absatzförderungsfunktion, mit der auf Unternehmenserfolge
eingewirkt wird;
Stabilisierungsfunktion, die vor allen Dingen in
Krisensituationen greifen muss;
Kontinuitätsfunktion zur Bewahrung der individuellen
Unternehmenspersönlichkeit nach innen und außen.
Vertrauensbildung
Public
Relations dienen nicht nur der Bewältigung von Krisensituationen, sondern werden vor
allem langfristig zur Vertrauensbildung eingesetzt. Wer der jeweiligen Zielgruppe oder
angepeilten Öffentlichkeit ein positives Bild des Unternehmens, Vereins, Verbandes, der
Behörde oder auch der Privatperson zu vermitteln weiß, wird im Vergleich zur Konkurrenz
eher die Nase vorn haben.
Somit
beeinflussen Public Relations nicht unbedingt die kurzfristige Kaufentscheidung, sondern
eher die langfristige Kaufabsicht.
Positive
Grundstimmung
Gute PR
schaffen eine positive emotionale Grundstimmung bei den jeweiligen Zielgruppen. Um diese
zu erreichen, wird vor allen Dingen die Medien- und Pressearbeit in unterschiedlichen
Varianten genutzt. Doch auch das Sponsoring mit seinen vielfältigen meist aber auch
teuren Spielarten gewinnt als PR-Instrument ständig an Bedeutung. Denn Sponsoring ist
nicht vom guten Willen Dritter abhängig, sondern kann ganz gezielt und punktuell
eingesetzt werden.
Und das
wiederum ermöglicht es, Kontrollmechanismen zur Wirkungsüberprüfung einzubauen.
Bevor die
Maßnahmen und vorgesehenen Instrumente der PR sinnvoll genutzt werden können, müssen
Ziele feststehen. Dazu empfiehlt es sich in jedem Fall, das aktuelle Image zu erfragen und
dieses mit dem gewünschten Image zu vergleichen. Zeigen sich Abweichungen, werden
entsprechend sinnvolle PR-Maßnahmen in die Wege geleitet. Dazu bieten sich
unterschiedlichste Instrumente an.
Wichtigste
Instrumente der Public Relations
Vertrauens-
und Imagebildung in den unterschiedlichen Öffentlichkeiten ist auf verschiedene Arten
möglich. Einige der gebräuchlichsten sind:
Presse- und Medienarbeit,
PR-Anzeigen,
Infozettel und Infoposter,
interne Aushänge,
Versammlungen, Veranstaltungen
und öffentliche Auftritte,
Sponsoring,
Tag der offenen Tür,
Product-Placement.
Längst
haben sich spezielle PR-Agenturen entwickelt, die auf Imagearbeit spezialisiert und gegen
Honorar bei der Entwicklung und Durchführung maßgeschneiderter Konzepte behilflich sind.
Marketing-Audit
Darunter
versteht man eine umfassende und systematische Überprüfung der Planung und Durchführung
von Maßnahmen eines Unternehmens in bezug auf die verschiedenen Marketing-Aktivitäten. |