Die Marktanalyse
Eine wichtige Rolle spielt natürlich die
Analyse des künftigen Absatzmarktes.
Einerseits ist es hierbei wichtig, relevante
quantitative Marktdaten zu erfassen, wie beispielsweise
Andererseits sind eine Reihe von sogenannten
qualitativen Marktdaten zu analysieren.
Dies sind z.B.
die Bedürfnisse der Kunden,
ihr Informationsverhalten,
ihr Verhalten
und die Faktoren bei der Kaufentscheidung.
Diese Daten ermitteln Sie durch Methoden aus
der Marktforschung.
Achtung:
Fehleinschätzungen der Marktsituation und der
Kundenbedürfnisse wirken sich gravierend aus.
Denn Strategien, die an der wirklichen
Marktsituation vorbei zielen sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die
Marktforschung
Für alle Unternehmen, gleichgültig ob
Händler oder Dienstleister, gilt:
"Am Anfang
steht die Information"!
Denn, ohne eine systematische und permanente
Informationsgewinnung lassen sich unternehmerische Entscheidungen entweder überhaupt
nicht oder nur auf schwankendem Boden treffen.
Sie müssen also zur Vorbereitung,
Durchsetzung und Kontrolle von betrieblichen Entscheidungen Informationen über die
Marktpartner sammeln, aufbereiten und auswerten.
Über Ihre Lieferanten
(Beschaffungsmarktforschung)
Über Ihre tatsächlichen und potentiellen
Kunden (Absatzmarktforschung)
Über Ihre Mitbewerber (Konkurrenzforschung)
Übrigens:
Auch für Ihre spätere Werbung, benötigen
Sie Marktforschungsdaten. Anderenfalls kann es zu erheblichen Fehlinvestitionen und
Frustrationen kommen, wenn Sie die falschen Werbeträger und Werbemittel einsetzen.
Ein Tipp:
Das Statistische Bundesamt (http://www.statistik-bund.de ) stellt eine Fülle
von gut aufbereiteten Marktforschungsdaten zur Verfügung - auch online!
Informieren Sie sich zunächst hier, bevor Sie
in (teure) Marktstudien investieren.
Die
Beschaffungsmarktforschung
Hier ermitteln Sie die für Sie besten
Zulieferer. Kriterien zur Auswahl können z.B. sein:
Preis und Rabatte
Serviceleistungen
Qualität
Flexibilität
Lieferbereitschaft
Qualitäts-Zertifizierung
Erfahrungen anderer Kunden
Transportkosten und -flexibilität
Größe und Struktur
Persönlicher Eindruck
Kreditwürdigkeit (Schufa-Auskunft)
Informationen über mögliche Lieferanten gibt
es genügend. Recherchieren können Sie
Tipp:
Notieren Sie sich zunächst Ihre
Auswahlkriterien! Es lohnt sich nach Lieferanten-Partnern zu suchen, auf die Sie sich
verlassen können und die Ihnen Qualität zu einem angemessenen Preis liefern.
Die
Absatzmarktforschung
In diesem Teil der Marktforschung
konzentrieren Sie sich auf die systematische Informationsgewinnung und -auswertung über
die Struktur und Entwicklung des Absatzmarktes.
Hierbei ist für Sie wichtig zu untersuchen,
wer und wo Ihre zukünftigen Kunden sind (Marktanalyse) und wo sich welche Mitbewerber
befinden (Konkurrenzanalyse und Branchenanalyse).
Für die Marktanalyse gibt es zum einen
öffentlich zugängliche Statistiken sowie Auswertungen von Marktforschungsunternehmen,
die Sie in Form von Studien kaufen können.
Wichtig:
Machen Sie sich zunächst einmal selbst
Gedanken über Ihre Zielgruppe, also diejenigen, die Sie mit Ihren Produkten oder
Dienstleistungen erreichen und zu Ihren Kunden machen wollen (Zielgruppenbestimmung).
Diese Angaben werden in folgende Kriterien
gegliedert:
A. Geographisch
Weltweit, Europa, BRD, Bundesländer usw.
Wirtschaftsgebiete
Größe, d.h. Einwohnerzahl etc.
B. Individuelle
Merkmale
Geschlecht
Alter
Bildung
Einkommen
C. Soziale Merkmale
Familienstand
Beruf
Haushaltsgröße
Tipp:
Von diesen Kriterien wird später entscheidend
abhängen, dass Sie die richtigen Werbemittel und Werbeträger einsetzen.
Die
Konkurrenzanalyse
Diese Analyse ist u.a. sehr eng mit der
Standortanalyse verknüpft. Denn ohne eine Konkurrenzanalyse könnte man im Rahmen der
Standortanalyse zu keinem brauchbaren Ergebnis kommen.
Doch wozu dient die Konkurrenzanalyse
eigentlich und welche Fragen sollte stellen?
Nun, Aufgabe der Konkurrenzanalyse ist es, die
im Markt befindlichen Wettbewerbsfirmen und deren Produkte auf Stärken und Schwächen zu
untersuchen.
Damit erhalten Sie Orientierungspunkte für
die eigene Marktpositionierung und Wettbewerbsstrategie.
Folgende Gesichtspunkte gilt es u.a. zu
berücksichtigen:
die Anzahl der Wettbewerber
das Profil der einzelnen Konkurrenzfirmen
die Struktur des Liefersortiments
das Produktangebot
Methodisch kann eine Konkurrenzanalyse durch
einfache Vergleiche oder wesentlich tiefer gehend durch gezielte Bewertungen erfolgen.
Was ist jetzt das Ziel der Konkurrenzanalyse?
Die Konkurrenzanalyse orientiert sich am
Begriff des Benchmarking.
Benchmarking hat folgende "einfache"
Aufgabe zum Inhalt:
Mach es besser als
die Besten
Somit heißt das große Ziel der
Konkurrenzanalyse:
Vom Wettbewerb
lernen
Ausgehend vom Hauptziel können folgende
Einzelziele definiert werden:
aus den Schwächen des Wettbewerbs eigene
Stärken entwickeln,
bewusste Marktpositionierung, orientiert an
der Wettbewerbssituation,
nicht harte Wettbewerbskonfrontation, sondern
kluge Kooperation,
festlegen der richtigen Wettbewerbsstrategie.
Um diese Ziele zu verwirklichen, muss man die
wichtigsten Grundlagen der Konkurrenzanalyse zu berücksichtigen.
Die Analyse der
Konkurrenten
Für die richtige Markpositionierung und die
Festlegung der Wettbewerbsstrategie ist es wichtig, die im Markt befindlichen
Wettbewerbsunternehmungen (Konkurrenten) zu kennen. Die Anzahl selbst ist dabei nicht
unbedingt das ausschlaggebende Element, sondern die Kompetenz und Stärke der einzelnen
Firmen. Bei der Analyse ist es deshalb empfehlenswert drei Gruppen zu bilden:
Marktführer und
Marktherausforderer
Solche Wettbewerbsfirmen haben eine besonders
ausgeprägte Marktstellung und übernehmen eine Führungsfunktion in bezug auf
Produktangebot, Marktbedienung und Marktbeeinflussung. Marktherausforderer sind solche
Firmen, die auf dem Wege sind, sich als Marktführer zu positionieren.
Nischenbearbeiter
Nischenbearbeiter beteiligen sich nur mit
einem begrenzten Liefersortiment und Produktangebot am Markt oder konzentrieren sich auf
beschränkte Marktgebiete, welche sie mit ihrem Angebot abdecken.
Mitläufer
Mitläufer beteiligen sich nur marginal am
Marktgeschehen und haben meist eine untergeordnete Marktstellung.
Die Analyse des
Wettbewerbsprofils
Wettbewerber sind in erster Linie
Unternehmungen, die insgesamt oder in einem Geschäftsfeld auf denselben Marktzweck wie
das eigene Unternehmen ausgerichtet sind. Bei der Konkurrenzanalyse ist deshalb
festzustellen, welches Stärken-Schwächen-Profil die einzelnen Firmen im Vergleich zum
eigenen Unternehmen haben.
Am besten lässt sich solch eine Analyse mit
einer Analysematrix durchführen, die in der Vertikalen alle Beurteilungsfaktoren und in
der Horizontalen die einzelnen Wettbewerbsfirmen aufführt.
Bei der Analyse im Team werden für die
einzelnen Faktoren pro Wettbewerbsfirma Punkte vergeben. So kann man auf einen Blick
erkennen, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Firmen liegen. Durch die Addition
der einzelnen Punkte zeigt sich im Summenergebnis, welche Wettbewerbsfirma das beste
Profil und damit Vorteile hat.
Für eine aussagefähige Analyse sind folgende
fünf Gruppen von Bewertungsfaktoren besonders zu berücksichtigen:
wirtschaftliche Voraussetzungen,
derzeitige Marktstellung,
Organisation und Qualitätsmanagement,
Struktur und Kompetenz im Liefersortiment,
Professionalität der Kommunikation.
Unter jeder dieser Gruppen sollten je nach
Bedarf Einzelbewertungsfaktoren festgelegt und in die Analyse eingebunden werden.
Die Analyse der
Wettbewerbsprodukte
Die Analyse von Wettbewerbsprodukten kann nach
derselben Methode wie beim Wettbewerbsprofil erfolgen. Das Schwergewicht der Beurteilung
konzentriert sich dabei auf die wichtigsten Faktoren eines Produktes oder einer
Produktgruppe. Ein reines Abschätzen von Produktstärken und Produktschwächen anhand von
Katalogunterlagen und technischen Beschreibungen ist für einen groben Überblick oft
ausreichend. Für eine differenzierte Analyse ist es jedoch erforderlich, die
Wettbewerbsprodukte körperlich in Augenschein zu nehmen und die einzelnen Bestandteile
kritisch zu bewerten. Dabei sollten folgende Gruppen an Bewertungsfaktoren berücksichtigt
werden:
Produktkonzept und Ausgewogenheit des
Sortiments,
Form- und Farbdesign,
technische Funktion und Handling,
Qualitätsstandard,
Schutzrechte und Dokumentation.
Dass die Konkurrenzanalyse eine ständige
Forderung an einen Unternehmer darstellt dürfte als selbstverständlich anzusehen sein.
Nachdem Sie nun einen Einblick in die
Konkurrenzanalyse gewonnen haben, wollen wir uns mit dieser aufgrund der Wichtigkeit -
gerade im Hinblick auf die >Überlebensfähigkeit< Ihrer Unternehmung - noch
eingehender beschäftigen. Um hier einen ganzheitlichen Ansatz zu verwirklichen wollen wir
die Branchenanalyse mit einfließen lasen.
Die Konkurrenzanalyse, Branchenanalyse und
-prognose sowie die Standortanalyse sind Teil der strategischen Früherkennung.
Einfach ausgedrückt hat die strategische
Früherkennung zum Ziel Änderungen relevanter Faktoren oder Faktorenkombinationen in
einem bestimmten Bereich so frühzeitig anzuzeigen, dass der Unternehmung (also Ihnen) die
Möglichkeit gegeben wird die notwendigen Anpassungs- und Korrekturmaßnahmen einzuleiten.
Dabei geht es aber nicht nur um die Minimierung von Gefahren und Risiken, sondern auch um
die Erkennung von Chancen, um sich so z.B. einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Dies setzt natürlich die Schaffung aller dazu
notwendigen Indikatoren voraus. Eine detaillierte Darstellung würde hier jedoch den
Rahmen sprengen.
Kommen wir daher zu unserem eigentlichem
thematischen Feld zurück:
Eine Branchenanalyse und -prognose wird in dem
Bereich vorgenommen, in dem die Unternehmung zukünftig tätig sein wird oder tätig ist.
Jede Branche weist Merkmale auf, die das Gewinnpotential und die Entwicklungsperspektiven
determinieren.
Die branchenbezogenen Analysen müssen die
vorhandene Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern, die Bedrohung durch
Substitutionen und neue Konkurrenten sowie das Verhalten der Abnehmer, Lieferanten und
Arbeitnehmer (einschließlich ihrer Organisationen) berücksichtigen. Folgendes kann daher
untersucht werden:
Grundlegende Branchenstruktur-Variablen
Art des Produktes
Ausmaß der Produktdifferenzierung
vergleichbare Produkte
Preis/Kosten-Struktur
Kostendegressionsmöglichkeiten (Skalenerträge)
Ausmaß der Automation
Ausmaß der Integration
Erfahrungen und Erfahrungsvorteile
erforderliche Werksgröße
Rate des technologischen Produktwandels
Transport- und Distributionskosten
Marktzutrittbarrieren
Arbeitskosten, Materialkosten, usw.
Störungsanfälligkeit der Versorgung mit Rohstoffen und Energie
Qualifikationsstruktur in den Unternehmungen
Nachfrage
nach Produkten und Dienstleistungen
Produktfunktionen und -verwendung, Markterfordernisse,
"social needs"
Stabilität der Nachfrage (Substituierbarkeit, Komplementarität,
Dauerhaftigkeit usw.)
Position im Produkt-Lebenszyklus (Entstehungs-, Wachtums-, Reife-
und Sättigungsphase)
Marktpotential
Segmentierung/Individualisierung der Nachfrage
Verhandlungsstärke und Verhalten der Abnehmer
Angebot an
Produkten oder Dienstleistungen
durchschnittlicher Kapazitätsnutzungsgrad der Branche
Kapitalintensität
Marktsegmentierung, Vertriebskanäle usw.
Verhandlungsstärke und Verhalten der Lieferanten
Wettbewerbssituation
Anzahl, Größe, Finanzkraft, Erfahrungsbereiche,
Führungssysteme und Verhalten der etablierten Wettbewerber
Bedrohung durch neue Konkurrenten und/oder Substitutionsprodukte
Verhalten der Arbeitnehmer und ihrer Organisationen
Organisation des Sektors und seine Entwicklung
staatliche Eingriffe, "Incentives" usw.
Nach der Auswertung können sich
branchenbezogene Erfolgsfaktoren und im Zusammenhang mit anderen Analysen und Prognosen
Gewinn- und Wachstumsperspektiven ableiten lassen.
Branchenanalysen zeigen hauptsächlich
Entwicklungstrends hinsichtlich Produkten und Technologien in der jeweiligen Branche auf.
Soll auch die Marktentwicklung mit berücksichtigt werden, so muss zum Instrument der
Konkurrenzanalyse gegriffen werden.
Die Konkurrenzanalyse zielt auf die
Generierung vergangenheits- und gegenwartsbezogener Konkurrenzinformationen ab. Die daraus
resultierende Prognose hat zum Ziel zukünftige Entwicklungen des relativen
Wettbewerbsverhaltens (Aktion, Reaktion) der Konkurrenten vorherzusagen.
Hierzu ist es notwendig sich in die Position
und Sichtweise der jeweiligen Konkurrenten hineinzuversetzen. Zugegeben - ein schwieriges
Unterfangen. Leider jedoch Grundbedingung einer jeden Konkurrenzanalyse.
Die Konkurrenzanalyse dient der Erkennung von
Stärken und Schwächen - sowohl eigenen wie auch denen der Konkurrenz. Als Folge daraus
sollte dann resultieren Stärken zu verstärken - Schwächen abzubauen
- neue Chancen am Markt zu erkennen und umzusetzen.
Wichtige Ziele der Konkurrenzanalyse sind:
Vergleich der eigenen Stärken und Schwächen
mit denen der Konkurrenz, mit dem Ziel, konkrete Handlungsspielräume auf den
Wettbewerbsmärkten zu erkennen.
Beginnen sollte man mit der Markt- und
Konkurrentenabgrenzung. Hierbei sind folgende Abgrenzungen denkbar:
eine gutsbezogene Abgrenzung
eine bedürfnisbezogene Abgrenzung
eine nachfragebezogene Abgrenzung
eine räumliche Abgrenzung
eine preisklassenbezogene Abgrenzung
eine zeitbezogene Abgrenzung
Ebenso muss geklärt werden, wer denn
eigentlich als Konkurrent anzusehen ist. Grundsätzlich kann zwischen
Unternehmungen die das gleiche Produkt anbieten,
Unternehmungen die Substitutionsprodukte herstellen,
Unternehmungen die in Zukunft Produkte oder Substitutionsprodukte
auf den Markt platzieren,
werden.
Natürlich erweisen sich nicht alle in Frage
kommenden Unternehmungen als relevant. Es muss daher der Blick auf die Unternehmungen
gerichtet werden, die zukünftig eine Bedrohung für die eigenen Ziele und
Strategierealisierung darstellen.
Hier eine Auswahl an möglichen
Beurteilungskriterien:
Marktanteil
Umsatzwachstum
Breite und Tiefe der Produktion
Image und Innovationsfähigkeit
Ressourcenausstattung und Kapazitäten
Flexibilität und Anpassungsbereitschaft
Qualität des Führungssystems
Erfahrungen in der internationalen
Geschäftstätigkeit
Internationalisierungsgrad
Unternehmungskultur
Kooperationsbereitschaft auf internationaler
Ebene
Nur durch eine fortlaufende
Konkurrentenanalyse ist es möglich die wichtigsten und aktuellsten Konkurrenten zu
selektieren. Die Konkurrenzanalyse gehört mit zu den Instrumenten, die Ihrer Unternehmung
ein erfolgreiches operieren am Markt ermöglichen wird - vernachlässigen Sie es nicht.
Potentielle Konkurrenten kommen aus
verschiedenen Bereichen (vgl. hierzu Römer 1988, S. 490):
Produktexpansion:
Konkurrenten mit technisch ähnlichen Anlagen,
die bisher andere Produkte herstellten, aber in der Lage sind, die Anlagen ohne größere
Schwierigkeiten umzustellen.
Marktexpansion:
Konkurrenten aus anderen Märkten können z.B.
eine räumliche Marktgrenze überspringen oder dringen durch Sortiments- oder
Produkterweiterungen in unternehmungseigene Marktsegmente ein und werden so zu aktuellen
Konkurrenten
Rückwärtsintegration:
Bisherige Kunden im Rahmen der
Wertschöpfungskonkurrenz bezogene Produkte durch eigene Produkte ersetzen
Vorwärtsintegration:
Auch Lieferanten sind in der Lage, durch den
Aufbau einer eigenen Produktion zu aktuellen Konkurrenten zu werden
Fusion oder
Aufkäufe:
Durch Fusionen oder Aufkäufe durch
finanzstarke Unternehmungen können kleine, bisher nicht beachtete Konkurrenten zu großen
Wettbewerbern werden
Auftreten neuer
Substitutionsprodukte
Folgende Faktoren sind für die Bedeutung
potentieller Konkurrenten entscheidend:
relative Eintrittsfähigkeit
Ressourcen
"Höhe" der Eintrittsbarrieren
Eintrittswilligkeit in den abgegrenzten Markt
Es ist zu empfehlen eine überschaubare Zahl
der aktuell stärksten und potentiellen Konkurrenten zusammenzustellen, da es ansonsten
unüberschaubar werden würde und damit nicht mehr praktikabel.
Handelt es sich um einen hart umkämpften
Markt sollte an die Institutionalisierung eines DV-gestützten Systems gedacht werden,
welches kontinuierlich die jeweiligen Konkurrenten beobachtet und die ex- und intern
beschafften Daten filtert und bedarfsgerecht aufbereitet.
Für die Erarbeitung von Konkurrenzanalysen
und -prognosen können folgende konzeptionelle Schwerpunkte bzw. perspektivische Ansätze
gebildet werden:
unternehmensbezogener
Ansatz:
Es werden all diejenigen Unternehmen
betrachtet, die insgesamt ein ähnliches Arbeitsfeld aufweisen (z.B. Transportgewerbe,
WebSpaceProvider).
produktionsbereichs- und
produktbezogene Ansatz:
Dieses marketingorientierte Vorgehen besteht
aus der Analyse wichtiger allgemeiner Informationen über das produktbezogene Marketing
des Konkurrenten einerseits und der Untersuchung von Marketing-Basisstrategien der
Konkurrenten innerhalb bestimmter Produktbereiche andererseits.
abnehmer- und
auftragsbezogener Ansatz:
Hierbei wird primär auf das Verhalten von
Konkurrenten abgestellt. Solche Analysen sind z.B. zweckmäßig, wenn ein Hauptabnehmer
aufgekauft wird, einen wichtigen Kooperationsvertrag eingeht oder es sich um die
Akquisition eines Großauftrages handelt (z.B. Anlagenbau).
länder- und
regionsbezogener Ansatz:
Schließlich können die
Konkurrenzverhältnisse in bestimmten Ländern bzw. Regionen im Mittelpunkt des Interesses
stehen. Durch die Analyse der unternehmungs- und absatzpolitischen Aktivitäten der
Unternehmungen bestimmter Gastländer können z.B. wichtige Informationen für das eigene
Verhalten gewonnen werden, da "heimische" Unternehmungen in der Regel wesentlich
mehr Erfahrungen "vor Ort" besitzen. Soziokulturelle, politische und nationale
Einflussgrößen finden hierbei besondere Berücksichtigung.
Außer unternehmungs-, produkt- und
marketingbezogenen Basisdaten besteht auch ein Informationsbedarf in diesen vier Bereichen
(vgl. hierzu Porter 1990, S. 82ff.):
Welche Strategien verfolgen die Konkurrenten heute und mit
welchem Erfolg?
Auf welchen Prämissen beruhen die voraussichtlichen Strategien
der Konkurrenten?
Über welche Stärken und Schwächen verfügen die Konkurrenten?
Welche Strategien können in der Zukunft von den Konkurrenten
erwartet werden?
Ich denke, dass bislang deutlich geworden ist,
dass die Konkurrenzanalyse dazu dient wesentliche Ziele und Aktivitäten der relevanten
Konkurrenten zu identifizieren. Bei der Analyse dieser, lässt sich z.B. ableiten, ob die
Konkurrenten mit ihrer derzeitigen Position am Markt zufrieden sind, oder ob in absehbarer
Zeit strategische Änderungen zu erwarten sein werden. Bei alledem dürfen Sie aber nicht
vergessen, dass Sie aber auch durch gezielte Falschinformationen irregeführt werden
können.
Wieder einmal mehr zeigt sich, dass es im
Geschäftsleben keine absolut verlässlichen Daten und Informationen sowie Sicherheiten
gibt. Hiermit werden Sie tagtäglich umzugehen haben. Sollte Ihnen dies Unbehagen
bereiten, so sollten Sie sich hinsichtlich Ihrer Absicht der selbständigen
Erwerbstätigkeit noch einmal hinterfragen.
Bislang haben wir dargestellt, was die
Konkurrenzanalyse ist, wie sie im ganzheitlichen Rahmen einzuordnen ist und auf welche
Inhalte (Fragen) es ankommt. Nicht erwähnt wurde, wie man sich diese Informationen
beschaffen kann. Dies wollen wir jetzt im nachfolgenden Abschnitt tun.
Über Primär- und Sekundärerhebungen lassen
sich die notwendigen Daten für eine Konkurrenzanalyse beschaffen.
In der Praxis bietet sich hierzu ein breites
Spektrum an unterschiedlichen Beschaffungswegen und Informationsquellen an (vgl. hierzu
Odenwälder 1987, S.19ff.).
Beschaffung von Informationen von ehemaligen und gegenwärtigen
Mitarbeitern der Konkurrenz
Ausfragen von Stellenbewerbern, die bei der Konkurrenz gearbeitet
haben
Ausschreiben fiktiver Stellenanzeigen mit dem Ziel,
Bewerberinterviews mit Konkurrentenmitarbeitern führen zu können
Abwerben von Mitarbeitern der Konkurrenz
Besuch von Fachtagungen und Kongressen, wobei Konkurrenten in
Fachgespräche verwickelt werden
Interviewen von Konkurrenten
Führen von Beratungsgesprächen mit Ingenieursbüros,
Unternehmensberatern und Steuerberatern
Beschaffung von Informationen von Geschäftspartnern der
Konkurrenz
Befragen der Konkurrenten mit Hilfe von Stammkunden, die über
die Konkurrenzaktivitäten Bescheid wissen
"Kunden"-Anfragen bei der Konkurrenz (potentielle
Kunden erhalten eher Auskunft über neue Produkte)
Aushorchen von Lieferanten der Konkurrenz (besonders derjenigen
bei denen man selbst Kunde ist)
Beschaffung von Informationen durch Auswertung von
Dokumentationen und Publikationen
Analysieren von Stellenanzeigen, da häufig Personalakquisitionen
durchgeführt werden, bevor ein neues Produkt vorgestellt wird (Service/Vertrieb)
Auswerten von amtlichen Quellen und Dokumentationen
Studieren und Interpretieren von Presseartikeln,
Geschäftsberichten und Unternehmensbroschüren
Beschaffung von Informationen durch direkte Beobachtung
Generierung von Indikatorwerten und Zusammenfügung zu einem
Gesamtbild, z.B. Umsätze/Stückzahlen über einfaches abzählen (z.B. Lkw-Ladungen,
beladene Waggons etc.) und Schätzungen
Besuchen von Messen und Montagewerken
Rekonstruieren von Produkten zur Gewinnung von Erkenntnissen
über Konkurrenzprodukte und Fertigungstechniken
Aufkaufen von Konkurrenzprodukten und Abfall, um z.B. Hinweise
auf Forschungsaktivitäten zu erhalten
Die aufgezeigten Möglichkeiten zur
Informationsbeschaffung sind meines Wissens legale Wege, um Daten und Fakten zu
beschaffen, d.h. Industrie- und Werkspionage wurden ausgeklammert.
Jedoch ist es empfehlenswert, bevor diesbezügliche Aktivitäten
gestartet werden, rechtskundigen Rat einzuholen, da sich die Rechtsprechung ständig
verändert. |