Betriebswirtschaftliche
Zahlen Woher bekomme ich Informationen zur Umsatzermittlung?
Eine plausible Umsatzplanung ist nicht einfach, denn Sie müssen verschiedene Faktoren,
wie den Einfluss der Konkurrenz, den Standort, branchenspezifische Vergleichswerte, aber
auch Ihre betrieblichen Kapazitäten berücksichtigen. Für viele Branchen gibt es
Betriebsvergleichszahlen, die Sie Ihren Planungen zugrunde legen können.
Vergleichsdaten und wichtige Informationen erhalten Sie bei:
- Industrie- und Handelskammern (für alle Branchen),
- Handwerkskammern (für alle Gewerke),
- Fachkammern (z.B. Rechtsanwaltskammer, Ärztekammer),
- Fachverbänden (z.B. Psychologenverband, Hotel- und Gaststättenverband),
- Institut für Handelsforschung in Köln,
- Börsenverein des Deutschen Buchhandels,
- BBE (Betriebsberatung Einzelhandel).
Marktdaten erhalten Sie bei den IHKn und HWKn, Wirtschaftsförderungsämtern und
-gesellschaften, Technologiezentren, Fachverbänden, statistischen Ämtern, Datenbanken
und Forschungsinstituten. Auch bei Banken und Sparkassen gibt es für verschiedene
Branchen Informationsmaterial.
Was sind Betriebskosten?
Zu den Betriebskosten gehören die laufenden Kosten, die in Ihrem Unternehmen anfallen,
und zwar alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Ausübung Ihrer selbständigen
Tätigkeit stehen. Dazu zählen fixe Kosten, die auch dann entstehen, wenn Sie überhaupt
keinen Umsatz erwirtschaften, wie Personalkosten für festangestelltes Personal, Miet- und
Mietnebenkosten für Ihre Geschäftsräume, Telefonkosten, Steuern, Versicherungen und
Leasingraten. Aber auch die variablen Kosten gehören zu den Betriebskosten, z. B. der
Wareneinkauf, eventuelle Umsatzbeteiligungen Dritter und Aushilfslöhne.
Keine Betriebskosten sind Mietaufwendungen für privat genutzte Räumlichkeiten,
private Versicherungen, Aufwendungen für Ihre Kranken- und Rentenversicherung und Ihre
Kinderbetreuungskosten.
Was sind kalkulatorische Kosten?
Kalkulatorische Kosten sind Kosten, die nicht direkt entstehen, aber trotzdem vom
Unternehmen erwirtschaftet werden müssen. Dazu gehören:
- Abschreibungen (Wertverluste langlebiger Wirtschaftsgüter),
- Kalkulatorische Miete (für die geschäftliche Nutzung privater Räumlichkeiten),
- der Unternehmerlohn (Ihre Privatentnahme),
- Kalkulatorische Zinsen (Wenn eine Gründung nur aus eigenen Mitteln finanziert wird,
können kalkulatorische Zinsen in Höhe der Summe angesetzt werden, die durch eine
anderweitige Geldanlage hätten erzielt werden können).
Wie berechne ich meinen Mindestumsatz?
Die Erstellung einer Umsatzanalyse ist eine Möglichkeit, die Rentabilität Ihres
Unternehmens zu überprüfen. Hier wird "zurückgerechnet": Bei der
Umsatzanalyse erfassen Sie alle Kosten und Ihre Privatentnahmen. Daraus leiten Sie ab,
welchen Umsatz Sie mindestens erwirtschaften müssen, um alle Kosten zu decken und Ihren
Lebensunterhalt zu sichern. Mit Hilfe dieses Ergebnisses können Sie unter Einbeziehung
Ihrer Branchenkenntnisse, der Branchenvergleichszahlen -falls vorhanden-, in Aussicht
gestellter Aufträge sowie unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen und betrieblichen
Kapazitäten überprüfen, ob Ihre betriebswirtschaftliche Planung plausibel und
realisierbar erscheint.
Wenn Sie eine Dienstleistung anbieten wollen, die per Honorar abgerechnet wird, können
Sie mit Hilfe der Umsatzplanung überprüfen, wie hoch Ihr Stunden- oder Tageshonorar sein
muss und ob dieses Honorar am Markt durchsetzbar sein wird.
Wie kann ich meinen Gewinn ermitteln?
Um das Betriebsergebnis zu ermitteln, müssen Sie die von Ihnen entwickelten
Einzelpläne (Kostenplan, Umsatzplan) zusammenfassen. So errechnen Sie Ihren
voraussichtlichen Gewinn oder Verlust.
Von Ihrem Planumsatz werden zunächst die variablen Kosten wie Material- oder
Wareneinsatz abgezogen, wodurch Sie den Rohertrag erhalten. Von diesem werden die
laufenden fixen Kosten subtrahiert, um das Betriebsergebnis zu erhalten. Wenn Sie vom
Betriebsergebnis Ihre Privatentnahmen, die Tilgungsraten für Ihre Kredite und die
Ausgaben für Ersatzinvestitionen abziehen und dann die Abschreibungsraten addieren (da es
sich hierbei um kalkulatorische Kosten handelt), dann sagt Ihnen Ihr Betriebsergebnis, ob
Ihr Unternehmen sich noch in den "roten Zahlen" befindet (Unterdeckung) oder ob
Sie schon wirtschaftlich arbeiten (Überdeckung).
Im ersten Jahr nach dem Start schreiben viele Unternehmen "rote Zahlen":
spätestens im dritten Jahr sollte jedoch eine Überdeckung erreicht sein.
Nutzen Sie die Unterstützung der Beraterinnen und Berater in den Beratungsstellen oder
auch von qualifizierten Unternehmensberatungen.
Was sind Investitionen?
Investitionen sind alle Ausgaben für langlebige Wirtschaftsgüter, die für die
Ausübung Ihrer selbständigen Tätigkeit erforderlich sind. In der Regel sind
Investitionen Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens. Dazu gehören auch Grunderwerb
einschließlich der Nebenkosten, bauliche Maßnahmen (Renovierung/Umbau), der Erwerb von
betrieblich genutzten Gebäuden, die Anschaffung von betrieblich notwendigen Maschinen,
Einrichtungen und Ausstattungen (z.B. die Büro- und Geschäftsausstattung, Fahrzeuge,
Computer und Geräte), mit Einschränkungen auch das notwendige Warenlager. Stellen Sie
einen Investitionsplan auf und ergänzen Sie ihn ggf. um Rücklagen für Ihren
Lebensunterhalt in der Anfangsphase, um ihren Kapitalbedarf zu ermitteln.
Warum ist ein Liquiditätsplan wichtig?
Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit, die zu einem bestimmten
Zeitpunktzwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt zu erfüllen. Die
Vernachlässigung der Liquidität bedroht den Fortbestand des Unternehmens. Illiquidität
ist grundsätzlich ein Konkursgrund. Neben den schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen
droht auch ein Imageverlust des Unternehmens. Im Extremfall führt dies dazu, dass
Lieferanten nur noch zu "Ware gegen Geld" bereit sind.
Bei Existenzgründungen wird häufig der kurzfristige Kapitalbedarf unterschätzt. Die
Auslagerung des Rechnungswesens kann zur Folge haben, dass der Überblick über die
finanzielle Situation verloren geht, weil Unterlagen gar nicht oder erst verspätet
vorliegen.
Aus diesen Gründen ist eine lückenlose, kurzfristige und tagesgenaue Abstimmung der
Zahlungsströme notwendig. Von zentraler Bedeutung ist es, Liquiditätsengpässe
möglichst frühzeitig zu erkennen um rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Hierbei ist zu beachten, dass die Liquidität zu jedem Zeitpunkt gesichert sein muss. Sie
kann beispielsweise auch gefährdet sein, wenn im Extremfall alle Auszahlungen am
Monatsanfang, die Einzahlungen aber erst am Monatsende erwartet werden.