Alternativplanung/Präventivplanung

Alternativplanungen (auch
Eventualplanung, Notfallplanung, Nebenplanung, Schubladenplanung, Wenn-Dann-Planung oder
Contingency-Planning genannt) werden für Ereignisse bzw. Entwicklungen erstellt, die zwar
nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit haben, deren destruktive Wirkungen
(Krisenpotential) auf das Unternehmen jedoch außerordentlich hoch wären. Als Beispiele
solcher schädigender Ereignisse gelten Katastrophen aller Art.Im Gegensatz zur Alternativplanung kommt die Präventivplanung erst
dann zum Einsatz, wenn das Vorhandensein eines latent schädigenden Ereignisses (oder
einer latenten Chance) erkannt wurde. Der Einsatz der Präventivplanung erfolgt also in
der Phase der sogenannten „latenten Unternehmenskrise“ . Durch Frühaufklärungssysteme wird
nämlich die Erkennung latent, d.h. verdeckt bereits vorhandener Entwicklungen möglich.
Sie wirken sich – im Falle einer Bedrohung – zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung noch nicht
schädigend auf das Unternehmen aus und sind mit dem herkömmlichen Instrumentarium des
Unternehmens (z.B. dem Rechnungswesen) in diesem frühen Stadium normalerweise noch nicht
erkennbar. Dieselbe Aussage gilt analog für latente Chancen.
Gegenstand der Präventivplanung ist es, ein Strategie- und
Maßnahmenspektrum aufzuzeigen, mit dem erkannten Gefahren erfolgreich begegnet und eine
drohende Unternehmenskrise damit abgewendet werden kann. Im Gegensatz zur
Alternativplanung verfügt der Planer hierbei über eine wesentlich konkretere Datenbasis:
Die vom Frühaufklärungssystem erkannten Signale bzw. deren Analyse bieten eine Vielzahl
von Anhaltspunkten darüber, wie sich das schädigende Ereignis aufbaut, welche
Verbreitungswege es nimmt und wo bzw. wie es voraussichtlich mit den (bisherigen)
Planungen des Unternehmens kollidiert. Letzteres ist meistens bereits durch
Auswirkungsanalysen ermittelt worden. Durch die damit verbundene genauere Kenntnis des als
Bedrohung (oder Chance) identifizierten Phänomens ergibt sich eine im Vergleich zur
Alternativplanung wesentlich detailliertere Ausarbeitung der Präventivplanung.

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