Substance over Form

Zentraler
Bilanzierungsgrundsatz der US-GAAP und IAS. Danach ist bei der Beurteilung eines
Sachverhalts primär nicht auf seine rechtliche Gestaltung, sondern auf die
wirtschaftlichen Auswirkungen abzustellen. Dies bedeutet, daß selbst dann, wenn eine
bestimmte Bilanzierung zwar im Einklang mit dem Wortlaut des Gesetzes steht, Abweichungen
erforderlich sind, um eine dem wirtschaftlichen Sachverhalt entsprechende Darstellung zu
ermöglichen. Beispielsweise erfolgt nach US-GAAP und IAS bei Sale and Lease
Back-Verträgen i.d.R. keine Realisierung des vollen Buchgewinns im Zeitpunkt der
Veräußerung, sondern verteilt über die Laufzeit des Mietvertrags bzw. der
Nutzungsdauer. Im deutschen Recht ist – mit Ausnahme von Aspekten der Vermögenszuordnung
entsprechend dem Prinzip des wirtschaftlichen Eigentums in bestimmten Fällen – im
Vergleich zu IAS und US-GAAP stärker die getroffene rechtliche Gestaltung für die
Bilanzierung maßgeblich, als die wirtschaftliche Betrachtungsweise.

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