Diese Versicherungen brauchen Unternehmer

Wichtige Versicherungen für Unternehmer

Wer mit seinem Start-up durchstarten möchte, der macht sich vielleicht am Anfang kaum Gedanken über Versicherungen. Gerade als Neuling hat man im Business nicht viel Geld zur Verfügung. Dennoch sollte man einige Versicherungen in Betracht ziehen, die im Notfall eine gute Absicherung bieten. Welche Versicherungen für Unternehmer/innen in Frage kommen, sollen hier im Ratgeber kurz vorgestellt werden.

Die Krankenversicherung

Als Selbstständiger haben Sie die Wahl zwischen einer gesetzlichen und privaten Krankenversicherung. Durchschnittlich liegt der Beitragssatz bei der gesetzlichen Krankenversicherung bei 500 €. Wer nachweisen kann, dass er weniger als 3.562,50 € im Monat verdient, der kann den Beitragssatz sogar auf etwa 180 € drücken. Wer beispielsweise nur nebenberuflich selbstständig ist und die überwiegende Zeit Kinder erzieht oder gar eine Ausbildung macht, der kann den Beitrag sogar auf 120 € senken.

Die private Krankenversicherung richtet sich in erster Linie an jüngere und männliche Mitglieder. In diesem Fall kann man schon mit geringeren Beiträgen einsteigen. Jedoch kann sich die Tarifgruppe stark verändern, wenn zum Beispiel eine Familie gegründet wird. Wichtig zu wissen ist, dass man nur vor dem 55. Lebensjahr wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln darf.

Die Rentenversicherung

Eine Rentenversicherungspflicht gibt es nur für wenige Selbstständige, wie zum Beispiel Lehrer oder in Heil- und Pflegeberufen. Auch zulassungspflichtige Handwerker bzw. Unternehmer, die mehr als 5/6 des Einkommens von einem Kunden erhalten, müssen 19,9 % des Einkommens in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Wer sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer als Unternehmer beschäftigt fällt hier raus.

In aller Regel werden sich viele freiwillig versichern und dabei die Beiträge frei wählen. Innerhalb der ersten fünf Jahre besteht zudem die Möglichkeit, eine Pflichtversicherung durch die Riester-Förderung zu erhalten. Eine private Altersvorsorge ist in den meisten Fällen jedoch lukrativer.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht meist nicht aus. Vorsichtig sollte man im Vertrag vor der Bezeichnung „abstrakte Verweisung“ sein. In diesem Fall kann die Versicherung prüfen, ob man als Unternehmer bei einer Berufsunfähigkeit nicht in einem artverwandten Job arbeiten kann. Diese Klausel gibt es jedoch nur noch selten. Darüber hinaus sollte man prüfen, ob die Versicherung Vorerkrankungen als Ausschlusskriterium ansieht.

Die private Unfallversicherung

Die Unfallversicherung zahlt nur bei Arbeitsunfällen und nicht bei Krankheiten. Vorteilhaft sind die vergleichsweise niedrigen Beiträge. Selbstständige können sich auch bei der Berufsgenossenschaft freiwillig absichern. Diese zahlt auch bei Berufskrankheiten, wobei der Katalog aber stark eingeschränkt ist.

Als Selbstständiger kann man sich recht günstig gegen Arbeitslosigkeit versichern. Einzige Voraussetzung ist, dass man vor der Unternehmensgründung in der staatlichen Arbeitslosenversicherung war. Eine private Arbeitslosenversicherung lohnt sich dagegen kaum.

Die Haftpflichtversicherung

Besonders wichtig ist dagegen eine Haftpflichtversicherung. Beispielsweise deckt die Betriebshaftpflicht Schäden ab, die anderen während des Geschäftsbetriebes zustoßen. Hierzu gehören beispielsweise Verletzungen Dritter auf dem Firmengelände. Wenn ein Auftrag nicht fristgerecht erfüllt werden kann und der Kunde dadurch Schadenersatzansprüche stellt, kann die Vermögenshaftpflichtversicherung weiterhelfen. Darüber hinaus gibt es noch die Produkthaftpflichtversicherung, welche neben Personen- und Sachschäden auch Vermögensschäden übernimmt, die durch fehlerhafte Produkte entstehen können. Rechtsanwälte werden dagegen eine Berufshaftpflichtversicherung benötigen.

Es ist daher empfehlenswert, wenn Sie sich bei Ihrem Versicherungsunternehmen über die richtige Haftpflichtversicherung informieren. Sie genießen hierdurch einen Rundum-sorglos-Schutz, sodass Sie unbeschwert Ihr Tageswerk angehen können. Mit einer solchen Haftpflichtversicherung schützen Sie sich nicht nur selbst, sondern auch Ihre Beschäftigten, Kunden, Zulieferer und Besucher vor möglichen Schäden.

Die Rechtschutzversicherung

Ebenfalls sehr wichtig ist eine gute Rechtschutzversicherung für Unternehmer. Hierüber können Sie sich in Streitfällen anwaltlich vertreten lassen. Vor dem Abschluss sollten Sie die jeweiligen Versicherungsbedingungen eingehend lesen. Auf diese Weise können Sie den jeweiligen Leistungsumfang noch besser beurteilen. Wichtig zu wissen ist, dass Sie bei einer Rechtschutzversicherung drei Monate warten müssen, ehe Sie diese erstmals in Anspruch nehmen können. Auch vor Abschluss stattgefundene Versicherungsfälle werden meist nicht berücksichtigt. Daher ist eine Rechtschutzversicherung zukunftsorientiert. Idealerweise schließen Sie diese kurz vor Firmengründung ab.

Nach Ablauf der Wartefrist steht Ihnen die Rechtschutzversicherung in allen Belangen hilfreich zur Seite. Nicht immer müssen Streitfälle bis vor Gericht ausgetragen werden. Häufig reicht schon eine Beratung bei einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens.

Betriebskosten- oder Forderungsausfallversicherung

Nicht alle Versicherungen werden Sie als Unternehmer benötigen. Hierzu zählt auch die Betriebskosten- oder Forderungsausfallversicherung. Diese richtet sich in erster Linie an größere Konzerne. Jedoch lassen sich hiermit sehr gut Unternehmensanlagen absichern. Für Start-ups ist diese Versicherung eigentlich nicht vonnöten.

Weitere Versicherungen

Es gibt noch einige Spezialversicherungen, die jedoch recht hohe Beiträge nach sich ziehen. Hierzu gehören Versicherungen gegen Glasbruch, Feuer und Sturm. Diese Einzelversicherungen lohnen sich meist nicht. Stattdessen sollten Sie lieber an eine allumfassende Gesamtversicherung denken. Sprechen Sie hier mit Ihrem Versicherungsberater.

Fazit: Nur die wichtigsten Versicherungen ins Boot holen

Von den vorgenannten Versicherungen spielen die Krankenversicherung, die Haftpflicht- und Rechtschutzversicherung eine wichtige Rolle. Ob man eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung hinzufügt, bleibt jedem selbst überlassen. Diese beiden Versicherungen werden meist von Ihren Angestellten auf eigene Rechnung abgeschlossen. Eine Rentenversicherung können Sie abschließen. Jedoch gibt es für die Altersvorsorge noch viele weitere Möglichkeiten. Bevor Sie sich für bestimmte Versicherungen entscheiden, sollten Sie sich mit dem Berater Ihres Vertrauens zusammensetzen. Weitere Infos über Versicherungen finden Sie hier.

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